Das Jahr 2015 war geprägt von meiner persönlichen sportlichen Herausforderung.
Als ich mich im Frühsommer 2013 zu einer Trainingsfreizeit mit netten Triathlet_innen der Frankfurter Eintracht überreden ließ, war mir nicht klar, welche Konsequenzen diese Trainingswoche in der Provence haben sollte.
2014 versuchte ich mich – zusammen mit Frank und Andi – an den ersten „BREVETS“ (Prüfungen oder Mutproben) für Randonneure (Radwander_innen), Radmarathons über 200, 300, 400 und 600 km .
2015 konnte ich mich zu meiner großen Freude für die älteste Radveranstaltung der Welt „PARIS-BREST-PARIS“  kurz PBP qualifizieren. „PARIS-BREST-PARIS“ wird nur alle 4 Jahre ausgetragen und ist weltweit eine der  größten Brevetveranstaltungen, das Highlight der Randonneurszene.

Die Freude über die Teilnahme ließ keinen Platz für Fragen, ob und wie ich die 1200km innerhalb von 90 h bewältigen könnte.  90 Stunden, die sich tief in mein Gedächtnis eingraben sollten:
die Atmosphäre vor dem Start mit 6000 Verrückten aus der ganzen Welt , die Fahrt durch die Banlieus von Paris, der kilometerlange Fahrradbandwurm, der sich auf engen Strassen nachts durch die hüglige Landschaft schlängelte, begeisterte französische Radsportfans, die am Strassenrand warteten und uns auch nachts mit Wasser, Tee, Kaffee oder Essbarem versorgten, …

… die ersten dreihundert Kilometer, die wie sich wie ein 600km-Brevet anfühlten, die Endlichkeit einer fast unendliche Nachtfahrt von Loudeac nach St.Nicolás vor Augen sehen, eine überstürzte Weiterfahrt nach 2,5 Stunden Schlaf, die ersten wärmenden Strahlen der Morgensonne, die Ankunft in Brest nach über 600km und doch war gar nichts erreicht…

… auf dem Rückweg die schlaftrunkenen Randonneure, die sich auf ihren Rädern in Schlangenlinien fortbewegten, andere, die im Strassengraben in einen komatösen Schlaf gefallen waren oder, die keine Kraft zum Absteigen fanden und den Kopf auf dem Lenker ihres „Bicis“ gelegt sich schlafend in der Balance halten konnten, die Ankunft in Villaines-la-Juhel nach 1000km, …

… Fahrten durch dunkle, schwarze Schluchten und bedrohliche Höhlenlandschaften, wieder und wieder die Unendlichkeit vor Augen…,
aber auch die Vorfreude auf der letzte Etappe nach Paris durch den „Forêt de Rambouillet“, die auch der einsetzende Regen nicht trüben konnte.

Ein unbeschreiblich faszinierender Wahnsinn.

FOTO-ROADBOOK „Paris-Brest-Paris 2015“

1 Kommentar zu „2015 Jahresrückblick“

  • Andi:

    Hallo Günther,
    sehr schöne Bilder. Es war wirklich ein einmaliges Erlebnis.
    Aber eine Wiederholung in 2019 wäre eigentlich nicht schlecht.

    viele Grüße
    Andi

Kommentieren